Lotte Lash über die Anfangsjahre ihrer Familie in Leipzig und Schwierigkeiten mit einem orthodoxen Elternhaus

By admin, 2 November, 2018
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Ich bin in einer Kleinstadt in Polen geboren. Ich hatte zwei Brüder und zwei Schwestern. [...] Wir waren eine jiddisch sprechende und orthodoxe Familie. Als ich vier Jahre alt war, emigrierten wir nach Leipzig in Deutschland. In Polen hatte mein Vater eine Brauerei und handelte auch mit Holz und wir waren ziemlich wohlhabend. Aber es gab Pogrome und viel Antisemitismus und der Bruder meiner Mutter wohnte in Leipzig und er drängte uns, dorthin zu kommen. Es war keine schöne Zeit für mich, weil ich kein Deutsch konnte. Ich wurde in einen jüdischen Kindergarten geschickt, wo ich lernte, Deutsch zu sprechen. [...] Ich persönlich machte in meiner Schulzeit keine antisemitischen Erfahrungen. Mit Hitlers Ankunft besuchte ich eine jüdische Schule und anschließend für ein Jahr eine Handelsschule.

Meine Kindheit war nicht gerade glücklich. Es ging uns nicht gut und weil wir Polen waren, hatten wir auch keine Sicherheit. Wir mussten ständig um eine Verlängerung unserer Aufenthaltsgenehmigungen bitten. Als ich 16 war, begann ich, mich nach einem Job umzusehen, was sehr schwierig war. Meine Familie war sehr gläubig und ich musste einen Job finden, bei dem ich nicht am Sabbat arbeiten musste. [...] Da ich mich für die Sozialarbeit interessierte, fand ich schließlich eine Stelle in der Sozialabteilung der jüdischen Gemeinde. Zu dieser Zeit wurden viele Berufsausbildungen zu Auswanderungszwecken durchgeführt. (Übersetzung: Judith Lanio)

Body (English)

I was born in a small town in Poland. I had two brothers and two sisters. [...] We were Yiddish speaking and an orthodox family. When I was 4 years old we emigrated to Leipzig in Germany. In Poland my father had a brewery and he was also dealing in wood and we were quite well off. But there were Pogroms and a lot of anti-Semitism and my mother's brother lived in Leipzig and he urged us to come there. lt was not a happy time for me, as I could not speak German. I was sent to a Jewish kindergarten where I learned to speak German. [...] Personally I had no anti-Semitic experiences in my schooltimes. With Hitler's arrival I went to a Jewish school and subsequently, for one year to a commercial school.

My childhood was not a happy one. We were not well off and as we were Poles we had no security. We had to constantly ask for renewal of our permits to stay in the country. When I was 16 years old I started to look for a job, which was very difficult. My family was very observant and I had to find a job where I did not have to work on Shabbat. [...] As I was interested in social work, I eventually found work in the social departrnent of the Jewish community. At that time, a lot of job training for emigration purposes [...] was going on. (Original)

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Datum und Ort
Juni 2018, Leipzig
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