1923 in Leipzig als Sohn ostjüdischer Einwanderer geboren, wuchs Schlomo Samson (damals Manfred Samson) bis zu seinem siebten Lebensjahr in der Wohnung seiner Großeltern (Gustav-Adolf-Straße 21) auf. Erst 1930 konnten sich seine Eltern eine eigene Wohnung in der Gottschedstraße 1 (heute Nr. 28) leisten. Im selben Jahr wurde Samson in die 40. Volksschule eingeschult. 1932 musste er an die 32. Volksschule wechseln. Neben dem regulären Unterricht besuchte er den jüdischen Religionsunterricht, seine Lehrerin war die Tochter (Hanna) des Gemeinderabbiners Ephraim Carlebach. Für den anstehenden Schulwechsel auf eine "höhere Schule" im Frühjahr 1934 sahen seine Eltern ursprünglich das Friedrich-Schiller-Gymnasium vor. Zu diesem Zeitpunkt war dies jedoch nur noch in Ausnahmefällen möglich und so ging Samson für die kommenden fünf Jahre in die Carlebach-Schule. Er selbst beschreibt sein Elternhaus als grundsätzlich bürgerlich-assimiliert und gleichzeitig verwurzelt im traditionellen jüdischen Glauben der Zeit – Festtage wie Jom Kippur und Chanukka wurden eingehalten und gefeiert, die Familie besuchte die Gottesdienste der orthodoxen Gemeinde in der Ez-Chaim-Synagoge, die Trennung von Milch- und Fleischgerichten wurde nicht konsequent beachtet, einen Weihnachtsbaum gab es nicht. Vor und auch nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war er engagiertes Mitglied im Jüdischen Pfadfinderbund sowie im Synagogenchor.
Schlomo Samson was born in Leipzig in 1923 as the son of East European Jewish immigrants. He grew up in his grandparents' apartment (Gustav-Adolf-Straße 21) until he was seven years old. It was not until 1930 that his parents were able to afford their own apartment in Gottschedstraße 1 (today no. 28). In the same year Samson was sent to the 40th elementary school. In 1932 he had to change to the 32nd elementary school. In addition to the regular classes, he attended Jewish religion classes, and his teacher was the daughter (Hanna) of the community rabbi Ephraim Carlebach. His parents originally planned the Friedrich-Schiller-Gymnasium for the upcoming change to a secondary school in spring 1934. At that time, however, this was only possible in exceptional cases and therefore Samson went to the Carlebach School for the next five years. He himself describes his parental home as fundamentally bourgeois assimilated and at the same time rooted in the traditional Jewish faith of the time – holidays such as Yom Kippur and Hanukkah were observed and celebrated, the family attended the services of the orthodox congregation in the Ez Chaim Synagogue, the separation of milk and meat dishes was not consistently respected, there was no Christmas tree. Before and after the National Socialists came to power, he was a committed member of the Jewish Boy Scouts’ Association and the synagogue choir.
nach 1938
Nach der Pogromnacht 1938 flieht Samson nach Holland. Später wird er erst nach Westerbork (Holland) und dann nach Bergen-Belsen gebracht. Am 9.4.1945 wird er nach Tröbitz „evakuiert“ und 14 Tage später von der Roten Armee befreit. Er kehrt nach Holland zurück und wandert später illegal nach Palästina aus. Dabei wird er von den Briten verhaftet, am 2.4.1946 erreicht er dann doch Palästina. Heute lebt er in einem Kibbuz. (Justus H.)
Schlomo Samson war mit Anneliese geb. Falkenstein, die aus Köln stammte, verheiratet. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor: Elischewa (geb. 1949), Chanan, (geb. 1950), Reuwen (geb. 1952), Chagit (geb.1956) und Juwal (geb. 1966). (Ellen Bertram)
Mutter: Cerline Samson
Bruder: Siegfried Samson