Radzik, Bernhard

By admin, 2 November, 2018
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Bernhard Radzik war Schüler der Carlebach-Schule und hielt auf der Abschlussfeier am 18. März 1934 eine Rede und dankte darin u.a. allen Lehrerinnen für die "zionistische national-jüdische Erziehung" - eine Formulierung, für die Schulleiter Ephraim Carlebach vom Schulamt letztlich verwarnt wurde, da christliche Lehrer provoziert würden.


Hintergründe zu Radziks Abgang von der Carlebachschule

„Es ist festgestellt worden, daß Radzik ein sehr anmassender und frecher Schüler ist […], seine Rede war eine Propagandarede für den Zionismus“ – die Akten des Schul- und Bildungsamtes aus den Monaten April/Mai 1934 (Schulamt Kap. IX Nr. 183 Bd. 5) dokumentieren den Vorgang, der nach der von Radzik gehaltene Rede in Gang gesetzt wurde, der bis zum Dresdner „Ministerium für Volksbildung“ gelangte und schließlich zu einer Beschwerde und „ernstlichen Verwarnung“ adressiert an Dr. Ephraim Carlebach führte.

In den Akten befindet sich auch das Protokoll einer Vorladung (datiert auf den 13.04.1934), die seitens des Schul- und Bildungsamtes an Carlebach erging und aus dem ersichtlich wird, dass der Schulleiter Radziks Rede vorab autorisiert und keine Änderungen vorgenommen hatte. Radzik muss dennoch die Schule verlassen.

Über Radzik selbst ist den Akten zu entnehmen, dass er 1931 von der Leibnizschule an die Höhere Israelitische Schule wechselte, dass er Mitglied der Zionistischen Jugendbewegung war und 1934 bei Weise in der Frankfurter Straße 10 II (heute Jahnallee) lebte.

geboren
27.8.1918
Ort geboren
Leipzig